Woxcker L2 MAX: geschlossen mit 300 × 300 mm — und was „Metall und Glas“ wirklich heißt

Ein Diodenlaser hat Linien und Schrift in eine helle Holzplatte gebrannt

Geltungsbereich

Maschinenart
Geschlossener Diodenlaser, Klasse 1, 10 W optisch, 300 × 300 mm (20 W als zweite Ausführung)
Preisklasse
300–500 €
Grundlage
Herstellerangaben von Woxcker, Materialangaben gegen die Wellenlänge geprüft
Geeignet für
Holz, Leder, dunkles Acryl und beschichtetes Metall auf großer Fläche, ohne Brille
Nicht geeignet für
Blankes Metall und klares Glas — auch wenn der Produkttitel sie nennt

Die L2 MAX ist das, was die beiden günstigeren Maschinen in dieser Rubrik jeweils nur halb sind: 300 × 300 Millimeter Arbeitsfläche und ein geschlossenes Gehäuse. Die ATOMSTACK Swift hat die Fläche ohne Gehäuse, die ACMER K1 das Gehäuse ohne Fläche.

Und die Sicherheitsausstattung ist die vollständigste im ganzen Feld: Abschaltung beim Öffnen der Abdeckung, Flammensensor, Not-Aus-Knopf, Sicherheitsschloss und ein 15-Grad-Kippschutz, der abschaltet, wenn das Gerät schräg steht. Das sind echte Bauteile, keine Formulierungen.

Im Produkttitel steht allerdings auch „für Holz, Metall, Glas und Leder“. Zwei dieser vier brauchen eine Erklärung.

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Was blaues Laserlicht mit welchem Material macht

Wirkung eines blauen Diodenlasers auf vier Materialien Vier Spalten. Bei Holz und dunklem Acryl trifft der Strahl auf das Material und wird aufgenommen, es entsteht eine Gravur beziehungsweise ein Schnitt. Bei klarem Acryl läuft der Strahl durch das Material hindurch, bei blankem Metall wird er zur Seite zurückgeworfen. In beiden letzten Fällen bleibt keine Wirkung. 455 Nanometer, vier Materialien Was der Strahl tut — und was übrig bleibt HolzDunkles AcrylKlares AcrylBlankes Metall nimmt aufgraviert nimmt aufschneidet lässt durchkeine Wirkung wirft zurückkeine Wirkung
Eigene Zeichnung. Die Wellenlänge blauer Diodenlaser liegt bei rund 455 Nanometern.

Material, das die Wellenlänge durchlässt, nimmt keine Energie auf. Deshalb schneidet ein blauer Diodenlaser kein klares Acryl — das Licht geht hindurch, als wäre nichts da. Und blankes Metall wirft es zurück, statt es aufzunehmen; genau das macht polierte Flächen an offenen Lasern auch gefährlich.

Was bei „Metall und Glas“ tatsächlich funktioniert

Die Angabe ist nicht frei erfunden — sie ist nur ungenau. Bei beschichtetem Metall arbeitet der Laser gegen die Schicht, nicht gegen das Metall: Eloxal, Pulverbeschichtung und Lack lassen sich sauber abtragen, und darunter kommt der helle Grundwerkstoff hervor. Bei Edelstahl geht es mit einer Markierpaste, die auf die Oberfläche aufgetragen und vom Laser eingebrannt wird. Auf Glas funktioniert dasselbe Prinzip — ohne Hilfsmittel passiert nichts.

Der ehrliche Satz lautet also: Metall und Glas ja — aber vorbehandelt oder beschichtet, nie blank. Wer blankes Metall markieren will, braucht einen Infrarotlaser bei 1064 Nanometern; den gibt es in dieser Rubrik erst beim xTool F2.

Die Werbung nennt „über 400 Materialien“. Eine Liste dazu gibt es nicht, und bei einer Zahl, die vier Materialklassen in einen Topf wirft, hilft sie auch nicht weiter.

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Die Zahlen unten stehen so beim Hersteller. Was die Maschine heute kostet, steht bei Amazon.

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Fixfokus auf 300 Millimetern — das ist die eigentliche Grenze

Woxcker nennt einen „0,01 mm Fixfokus“. Fixfokus heißt: kein Autofokus. Der Abstand zwischen Linse und Werkstück wird einmal mechanisch eingestellt und bleibt dann, wo er ist.

Auf 150 Millimetern fällt das kaum ins Gewicht. Auf 300 × 300 Millimetern schon: Ein Sperrholzbrett dieser Größe ist selten über die ganze Fläche gleich dick und noch seltener vollkommen eben. Wo es sich hebt, sitzt der Brennpunkt zu hoch — die Linie wird breiter und flacher. Abhilfe: das Werkstück niederhalten und bei großen Teilen lieber in zwei Durchgängen arbeiten, statt auf einen gleichmäßigen Abtrag zu hoffen.

Die Technik in Zahlen

AngabeWertWas das für dich heißt
BauformGeschlossen, Klasse 1Keine Schutzbrille nötig
SicherheitDeckelabschaltung, Flammensensor, Not-Aus, Schloss, 15°-KippschutzDie vollständigste Ausstattung hier
Arbeitsfläche300 × 300 mmGroße Fläche und Gehäuse — selten in dieser Klasse
Leistung10 W, zweite Ausführung 20 WDie 20 W kostet rund 96 € mehr — siehe unten
FokusFixfokusKein Autofokus — Werkstück muss eben aufliegen
Geschwindigkeit20.000 mm/minRund 333 mm/s — der höchste Wert dieser Rubrik unter 500 €
SteuerungLightBurn, LaserGRBL, CutLabXWLAN, USB, App und TF-Karte
DateiformateJPEG, PNG, SVG, DXF, AISVG und DXF: Vektoren laufen direkt, ohne Umweg
Herstellerangaben Woxcker zur L2 MAX, Stand 31. Oktober 2026. Die rechte Spalte ist unsere Einordnung.

10 oder 20 Watt: hier lohnt der Aufpreis

Die 20-W-Ausführung kostet rund 96 Euro mehr — für die doppelte optische Leistung. Das ist der günstigste Leistungssprung in dieser ganzen Rubrik. Zum Vergleich: Beim xTool M2 kostet derselbe Schritt von 10 auf 20 Watt rund 330 Euro.

Was die doppelte Leistung bringt, ist bei Dioden übrigens nicht die doppelte Schnitttiefe, sondern vor allem weniger Durchgänge für dieselbe Tiefe — und damit weniger Wärme im Werkstück und sauberere Kanten. Wer regelmäßig schneidet statt nur graviert, merkt den Unterschied bei jedem Teil.

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Die 20-W-Ausführung der L2 MAX steht bei Amazon unter einer eigenen Artikelnummer.

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Für wen die L2 MAX die richtige Wahl ist

Für dich, wenn du große Teile im Wohnbereich machen willst. Das ist die Kombination, die sonst niemand in dieser Preisklasse anbietet: 300 Millimeter Kantenlänge, und trotzdem darf das Gerät im Arbeitszimmer stehen.

Und für dich, wenn dir Sicherheitstechnik wichtig ist. Flammensensor und Kippschutz hat hier sonst keiner — bei einem Gerät, das Holz verbrennt, ist das kein Beiwerk.

Nicht für dich, wenn du blankes Metall beschriften willst. Dafür braucht es Infrarot, nicht mehr Watt — und damit eine andere Preisklasse.

Für den sicheren Start

Der Flammensensor ersetzt die Aufsicht nicht. Er erkennt eine Flamme — nicht das Glimmen, das nach dem letzten Schnitt in einer Holzfuge weiterläuft. Ein Laser läuft nie unbeaufsichtigt, und eine Löschdecke gehört in Reichweite.

Die Abluft gehört ins Freie. Das geschlossene Gehäuse hält die Strahlung, nicht den Rauch; ein Aktivkohlefilter bindet Gerüche, aber nicht den Feinstaub und nicht jedes Gas. Niemals PVC oder Kunstleder auf PVC-Basis — dabei entsteht Chlorwasserstoff, der mit Luftfeuchte Salzsäure bildet: Er greift die Atemwege an und zersetzt Mechanik und Optik von innen. Ebenso draußen bleiben ABS, Polycarbonat, PTFE, glasfaser- und carbonverstärkte Platten sowie verzinktes Blech.

Und ein Punkt, der nur diese Bauart betrifft: Markierpaste für Metall ist ein Chemieprodukt mit eigenem Sicherheitsdatenblatt. Was sie beim Einbrennen freisetzt, gehört in dieselbe Absaugung wie der Holzrauch — und die Herstellerhinweise auf der Dose gelten zusätzlich.

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Zuletzt geprüft: 31. Oktober 2026

Quellen

  1. Geschlossenes Gehäuse der Klasse 1 mit automatischer Abschaltung beim Öffnen der Abdeckung, Flammensensor, Not-Aus-Knopf, Sicherheitsschloss und 15-Grad-Kippschutz, Arbeitsfläche 300 × 300 mm, Fixfokus, Geschwindigkeit bis 20.000 mm/min, Steuerung über LightBurn, LaserGRBL und CutLabX sowie WLAN, USB, App und TF-Karte, Dateiformate JPEG, PNG, SVG, DXF und AI, dazu die Angabe „über 400 Materialien“: Produktbeschreibung von Woxcker zur L2 MAX 10W auf der Amazon-Produktseite (ASIN B0F93H7N6T), abgerufen am 31. Oktober 2026.
  2. Die Materialangabe „für Holz, Metall, Glas und Leder“ steht im Produkttitel derselben Seite.
  3. Preis der 20-W-Ausführung (ASIN B0F9Y2KJHZ) nach deren Amazon-Produktseite, abgerufen am 31. Oktober 2026.
  4. Dass blaues Laserlicht von klaren Kunststoffen und Gläsern durchgelassen und von blanken Metallen zurückgeworfen wird, folgt aus den optischen Eigenschaften dieser Werkstoffe bei rund 455 nm. Die Einordnung, was damit praktisch möglich bleibt — beschichtetes Metall, Markierpaste — ist unsere.
  5. Zur Einordnung der Laserklassen: DIN EN 60825-1 sowie DGUV Information 203-093 (Laserstrahlung), in ihrer geltenden Fassung.

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