Zwischen 0 und 2.200 Euro liegt die Spanne, und die Programme dazwischen sind nicht dasselbe in groß und klein. Vectric verkauft eine Leiter aus fünf Stufen, Estlcam eine einzige Lizenz, Autodesk ein Abo mit einer kostenlosen Fassung, an der Bedingungen hängen. Was in welcher Stufe steckt, wo die harten Grenzen sitzen und was der Wechsel nach oben später kostet.
Geltungsbereich
- Worum es geht
- CAM für Portal- und Hobbyfräsen, 3 Achsen
- Preisrahmen
- 0 bis 2.200 €
- Stand der Angaben
- 30. Oktober 2026
- Nicht geeignet für
- Drehmaschinen, 4- und 5-Achs-Bearbeitung, Produktionsbetriebe
Vectric: fünf Stufen, und man zahlt nur die Differenz
Vectric verkauft kein Programm, sondern eine Leiter. Jede Stufe enthält die darunter vollständig, und das ist beim Einstieg mehr wert als jede Funktionsliste: Du kannst unten anfangen und später nach oben, ohne doppelt zu zahlen.
Die Preise bei einem deutschen Händler am 30. Oktober 2026:Alle Vectric-Preise laut Sorotec, abgerufen am 30.10.2026
| Stufe | Preis | Was dazukommt |
|---|---|---|
| Cut2D Desktop | 163,90 € | 2D-Bahnen: Profil, Tasche, Bohren. Kein V-Carving. |
| Cut2D Pro | 508,90 € | wie Desktop, ohne Größengrenze |
| VCarve Desktop | 399,90 € | V-Carving, Relief-Import, Textur- und Flutenbahnen |
| VCarve Pro | 799,90 € | keine Größengrenze, echtes Schachteln, Vorlagen, Gadgets |
| Aspire | 2.177,90 € | eigene 3D-Reliefs modellieren statt nur importieren |
Desktop gegen Pro: es geht nicht nur um die Größe
Die Arbeitsfläche ist der bekannte Unterschied, aber nicht der einzige. Vectric listet neun:Vergleich laut vectric.com, abgerufen am 30.10.2026
| Funktion | Desktop | Pro |
|---|---|---|
| Arbeitsfläche | 24 × 24 Zoll | unbegrenzt |
| V-Carve-Inlays | nein | ja |
| Echtes Schachteln | nein | ja |
| Werkzeugwege zusammenführen | nein | ja |
| Werkzeugweg-Vorlagen | nein | ja |
| Gadgets (Erweiterungen) | nein | ja |
| Einrichteblätter | nein | ja |
| Sperrzonen | nein | ja |
| Werkzeugweg als Array kopieren | nein | ja |
Sieben dieser neun Punkte sind Produktionswerkzeuge. Schachteln, Vorlagen, Einrichteblätter und Array-Kopien sparen Zeit, wenn du dieselbe Platte zum dritten Mal auflegst — in einer Hobbywerkstatt stehen sie selten im Weg.
Zwei sind es nicht. Die Arbeitsfläche ist eine Wand: 24 × 24 Zoll sind rund 610 × 610 Millimeter, und ein größeres Werkstück legst du gar nicht erst an. Miss den nutzbaren Verfahrweg deiner Maschine, nicht die Außenmaße des Tisches. Bei einer 600er-Portalfräse bist du auf Kante gebaut, und das erste Regalbrett passt nicht mehr.
Und V-Carve-Inlays fehlen in Desktop ganz. Das ist die Technik, bei der ein eingelegtes Teil aus einem zweiten Holz in die gravierte Form gepresst wird — die zweifarbigen Schriftzüge und Ornamente, für die viele überhaupt eine Fräse kaufen. Wer das vorhat, braucht Pro, unabhängig von der Maschinengröße.
Der Wechsel nach oben kostet nur die Differenz
Vectric rechnet beim Aufrüsten den bereits gezahlten Preis an: Von Cut2D auf VCarve oder von Desktop auf Pro zahlst du die Differenz zwischen den beiden Produkten. Für Aspire nennt die FAQ derzeit keine Upgrade-Option.Laut Vectric FAQ, abgerufen am 30.10.2026. Die für dich gültigen Optionen stehen im eigenen Vectric-Konto.
Daraus folgt eine Reihenfolge, die Geld spart: Fang bei VCarve Desktop an, wenn deine Maschine unter 610 Millimeter bleibt und Inlays kein Thema sind. Stören später die Größe oder die Inlays, zahlst du 400 Euro nach und hast Pro. Wer sofort Pro kauft, weil es irgendwann nötig werden könnte, legt dieselben 400 Euro Jahre früher auf den Tisch, ohne etwas dafür zu bekommen.
Der Sprung auf Aspire ist ein anderer. Aspire enthält alles aus VCarve und fügt Werkzeuge hinzu, mit denen du eigene 3D-Reliefs modellierst, statt fertige zu importieren und abzufahren.Laut vectric.com, abgerufen am 30.10.2026 Wer Reliefs kauft oder herunterlädt und fräst, braucht das nicht. Wer sie entwirft, braucht es sofort. Dazwischen liegen 1.378 Euro, und die Frage entscheidet sich nicht am Budget, sondern daran, ob du Modellierer bist.
Die Testfassung kann genau das, worauf es ankommt
Die kostenlose Testfassung hat den vollen Funktionsumfang, nur speichern kann sie keine Werkzeugwege und einige Exporte fehlen; bei den Pro-Testfassungen lassen sich zusätzlich keine Gadgets laden. Für die Maschinenprüfung gibt es eigene Testdateien, aus denen sich Werkzeugwege sehr wohl speichern lassen.Laut Vectric FAQ, abgerufen am 30.10.2026
Damit kannst du vor dem Kauf prüfen, ob der Postprozessor zu deiner Steuerung passt — die Stelle, an der es sonst nach der Rechnung klemmt. Das ist eine halbe Stunde Arbeit und spart im schlechten Fall 800 Euro.
Für wen das passt: Holz, Schrift, Schilder, Ornamente, Reliefs. Wer scharfkantige Gravuren will, kommt an V-Carving nicht vorbei, und Vectric ist dafür gebaut.
Wo es aufhört: Kein parametrisches CAD. Ein Bauteil, das du später an einer Maßänderung durchrechnest, entsteht hier nicht, und für enge Toleranzen in Metall ist es nicht gemacht.
Estlcam: eine Lizenz, 49 Euro, und die Steuerung gleich dabei
Estlcam hat keine Produktstufen. Es gibt eine Lizenz für 49 €, sie läuft nicht ab und gilt privat für bis zu drei Rechner. Wer nach dem ersten Jahr weitere Updates will, zahlt einmalig 19 € für einen Update-Code; ohne ihn läuft die vorhandene Fassung unverändert weiter.Preise und Bedingungen laut estlcam.de; dieselben Beträge nennen die Händler Sorotec und Stepcraft, abgerufen am 30.10.2026
Drin ist: Bahnen aus DXF und SVG, 3D-Bearbeitung aus STL, Ausschnitte, Bohrungen, Taschen, Gravuren, V-Carving, Gewindefräsen, dazu Gravuren und QR-Codes aus Bilddateien.Funktionsumfang laut estlcam.de, abgerufen am 30.10.2026
Der eigentliche Unterschied zu allem anderen auf dieser Seite steht nicht in der Funktionsliste: Estlcam steuert die Fräse auch selbst, über eine günstige USB-Hardware, bedienbar per Gamepad, Handrad, Tastatur und Maus.Ebenda Du kaufst also nicht nur ein CAM-Programm, sondern einen halben Maschinenaufbau. Für wen das zählt, ist die Rechnung eine andere: 49 Euro gegen 800, und die Steuerungsfrage ist gleich miterledigt.
Die Testfassung ist zeitlich unbegrenzt und vollständig; die einzige Bremse sind wachsende Wartezeiten beim Öffnen und Speichern.Ebenda Das ist ungewöhnlich großzügig — du kannst echte Teile an deiner echten Maschine fahren, bevor du zahlst.
Für wen das passt: GRBL-Maschinen und alles, was die Estlcam-Steuerung fährt. Holz, Kunststoff, gelegentlich Aluminium. Kein Abo, kleines Budget.
Wo es aufhört: Kein CAD. Und beim räumlichen Fräsen merkst du, dass das nicht sein Zuhause ist — STL abfahren ja, aber nicht in der Tiefe, die Aspire oder Fusion bieten.
Ein Punkt gehört zur Produktwahrheit: Dahinter steht ein einzelner Entwickler. Das erklärt den Preis und ist bei der Frage, was in zehn Jahren ist, ein Risiko, das du kennen solltest.
Autodesk Fusion: kostenlos mit Kleingedrucktem, oder 703 Euro im Jahr
Fusion ist das einzige Programm hier, das CAD und CAM im selben Dokument hält: Du änderst eine Bohrung, und die Bahnen rechnen sich mit. Es gibt zwei Fassungen, und der Unterschied ist juristisch so hart wie funktional.
Die kostenlose Fassung für Privatnutzung ist an Bedingungen gebunden, die Autodesk wörtlich so formuliert: nur für private, nicht gewerbliche Projekte, beschränkt auf Einzelpersonen mit weniger als 1.000 US-Dollar Jahresumsatz, nicht im Haupterwerb, nicht in Firmenumgebungen und nicht für kommerzielle Schulungen.Nutzungsbedingungen laut autodesk.com, abgerufen am 30.10.2026
Die Grenze liegt beim Umsatz, nicht beim Gewinn, und sie ist niedrig. Wer gelegentlich auf einem Markt verkauft oder nebenbei Teile für andere fräst, erfüllt sie nicht mehr.
Funktional nennt Autodesk für die kostenlose Fassung eingeschränkte CAM-Funktionen, eingeschränkte Im- und Exportformate und Unterstützung nur über das Forum — ohne auf derselben Seite aufzuzählen, welche CAM-Funktionen genau fehlen.Vergleich der Fassungen laut autodesk.com, abgerufen am 30.10.2026 Das ist der unangenehme Teil: Du siehst erst beim Arbeiten, wo die Wand steht.
Die Vollfassung kostet in Deutschland 703 € im Jahr bei jährlicher Zahlung, inklusive geschätzter Mehrwertsteuer; monatlich gerechnet 59 € bei Jahresbindung.Preise laut autodesk.de, abgerufen am 30.10.2026. Autodesk ändert Preise und Aktionen häufig. Darüber liegen zwei weitere Stufen: Fusion for Manufacturing mit 176 € im Monat und Fusion for Design mit 189 € im Monat, beide bei jährlicher Zahlung.Ebenda Für eine Hobbywerkstatt sind die kein Thema; sie stehen hier, damit du weißt, dass „Fusion“ im Vertrieb drei verschiedene Dinge bedeuten kann.
Für wen das passt: Du konstruierst, nicht nur ausschneiden. Metall gehört dazu, du denkst in Baugruppen, und du willst nicht zwei Programme lernen.
Wo es aufhört: Es ist ein Abo, und deine Daten liegen in der Cloud. Hörst du auf zu zahlen, endet der Zugriff. Für eine Werkstatt, in der ein Ersatzteil in zehn Jahren noch nachgefräst werden soll, ist das eine Festlegung und kein Detail.
Was sonst noch in Frage kommt
Carveco kommt aus der ArtCAM-Tradition und zielt auf dieselbe Kundschaft wie VCarve: Schrift, Relief, Dekor. Es wird in drei Fassungen verkauft, Maker, Maker Plus und Carveco, wahlweise im Abo oder als Dauerlizenz.Produktaufteilung laut carveco.com, abgerufen am 30.10.2026; Preise nennt die Seite nicht öffentlich. Der Händler Sienci Labs gibt für Carveco Maker 15 US-Dollar im Monat an. In Deutschland ist es kaum über Händler zu bekommen, was bei Fragen und Rechnungen einen Unterschied macht.
FreeCAD ist freie Software mit einem CAM-Arbeitsbereich. Es kostet nichts und verlangt die längste Einarbeitung von allen — und zwar genau dann, wenn du ohnehin deine Maschine kennenlernst. Wer beides gleichzeitig angeht, lernt langsamer.
Alles nebeneinander
| Programm | Preis | Lizenz | Stärke | Harte Grenze |
|---|---|---|---|---|
| Cut2D Desktop | 163,90 € | Dauerlizenz | günstigster Einstieg in 2D | kein V-Carving, 610 × 610 mm |
| VCarve Desktop | 399,90 € | Dauerlizenz | V-Carving, Schrift, Relief | 610 × 610 mm, keine Inlays |
| VCarve Pro | 799,90 € | Dauerlizenz | wie Desktop, ohne Größengrenze | kein parametrisches CAD |
| Aspire | 2.177,90 € | Dauerlizenz | eigene 3D-Reliefs modellieren | kein Upgrade-Pfad laut FAQ |
| Estlcam | 49 € plus 19 € je weiteres Update-Jahr | Dauerlizenz | CAM und Steuerung in einem, deutsch | kein CAD, 3D nur eingeschränkt |
| Fusion, Privatnutzung | 0 € | Abo, jährlich neu | CAD und CAM zusammen | unter 1.000 USD Umsatz, nicht im Haupterwerb |
| Fusion, voll | 703 €/Jahr | Abo | CAD und CAM, auch Metall | endet, wenn du aufhörst zu zahlen |
| FreeCAD | 0 € | freie Software | kein Vertrag, kein Konto | längste Einarbeitung |
Abo oder Dauerlizenz
Über fünf Jahre kostet Fusion in der Vollfassung rund 3.500 €, VCarve Pro einmal 800 €, Estlcam 49 € plus höchstens 19 € im Jahr. Das ist kein Argument gegen das Abo — Fusion kann Dinge, die keines der anderen kann. Es ist ein Argument dafür, die Rechnung einmal aufzuschreiben, bevor der erste Jahresbeitrag abgebucht wird.
Der zweite Teil betrifft die Dateien. Hängt der Zugriff auf alte Projekte am laufenden Abo, exportiere deine Zeichnungen regelmäßig in ein Format, das ohne das Programm lesbar bleibt.
Drei Prüfungen vor dem Kauf
Postprozessor an der eigenen Maschine. Bei Vectric über die Testdateien, bei Estlcam über die unbegrenzte Testfassung, bei Fusion über die 30-Tage-Testfassung. Alle drei lassen sich an der echten Steuerung prüfen, bevor Geld fließt.
Verfahrweg messen. Nicht die Tischgröße, den nutzbaren Weg. Danach entscheidet sich bei Vectric Desktop gegen Pro — ein Unterschied von 400 Euro.
Upgrade-Pfad klären. Bei Vectric zahlst du später die Differenz. Bei Estlcam und Fusion gibt es keine Stufen, die du aufsteigen könntest — dort ist die erste Wahl auch die letzte.
Häufige Fragen
Lohnt sich VCarve Pro gegenüber Desktop?
Zwei Dinge entscheiden das, und beide hängen nicht am Anspruch. Über 610 Millimeter Verfahrweg ist Desktop keine Option. Und wer V-Carve-Inlays machen will, braucht Pro auch bei einer kleinen Maschine. Trifft beides nicht zu, reicht Desktop, und die 400 Euro Differenz kannst du später immer noch nachzahlen.
Ist Cut2D der bessere Einstieg als VCarve?
Nur wenn du sicher weißt, dass du nie gravieren willst. Cut2D kann kein V-Carving, und genau dafür kauft die Mehrheit ein Vectric-Programm. Die 236 Euro Unterschied holt man beim Upgrade ohnehin wieder ein, verliert aber die Zeit dazwischen.
Kann ich mit der kostenlosen Fusion-Fassung etwas verkaufen?
Nach den Bedingungen von Autodesk nicht. Sie gilt für private, nicht gewerbliche Projekte und für Einzelpersonen mit weniger als 1.000 US-Dollar Jahresumsatz, ausdrücklich nicht im Haupterwerb.Laut autodesk.com, abgerufen am 30.10.2026
Brauche ich Aspire für Reliefs?
Zum Fräsen nicht. VCarve importiert fertige Reliefmodelle und fährt sie ab. Aspire brauchst du erst, wenn du die Modelle selbst aufbauen willst.
Quellen
- Vectric, Unterschiede zwischen VCarve Desktop und VCarve Pro, Arbeitsflächengrenze. vectric.com, abgerufen am 30.10.2026.
- Vectric, Funktionsumfang Aspire. vectric.com, abgerufen am 30.10.2026.
- Vectric, FAQ zu Upgrades und Testfassung. vectric.com, abgerufen am 30.10.2026.
- Sorotec, Händlerpreise für Vectric und Estlcam. sorotec.de, abgerufen am 30.10.2026.
- Estlcam, Funktionsumfang, Lizenzbedingungen und Preise. estlcam.de, abgerufen am 30.10.2026.
- Autodesk, Vergleich Fusion und Fusion für Privatnutzung samt Sonderbedingungen. autodesk.com, abgerufen am 30.10.2026.
- Autodesk Deutschland, Preise für Fusion, Fusion for Manufacturing und Fusion for Design. autodesk.de, abgerufen am 30.10.2026.
- Carveco, Produktaufteilung. carveco.com, abgerufen am 30.10.2026.
- Stepcraft, Händlerpreise. stepcraft-systems.com, abgerufen am 30.10.2026.
Stand: 30. Oktober 2026. Preise und Lizenzbedingungen ändern sich; die Angaben oben tragen das Datum ihrer Prüfung.
